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Neue Plattform ASHOP ermöglicht integrative Analyse genomischer und klinischer Daten bei Blutkrebs

Die American Society of Hematology (ASH) hat eine neue open-access Plattform namens ASH HematOmics Program (ASHOP) gestartet, die genomische, transkriptomische und klinische Daten von fast 6.000 Patienten mit hämatologischen Erkrankungen zentral zugänglich macht und interaktiv analysierbar. Die Plattform enthält Daten zu somatischen Mutationen, Genfusionen, Genexpressionsprofilen und klinischen Verläufen von Patienten mit B-Zell-Vorläufer- und T-Zell-akuter lymphatischer Leukämie (ALL), akuter myeloischer Leukämie (AML), myelodysplastischen Syndromen (MDS) und chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). ASHOP ermöglicht Nutzern, Landschaften genomischer Veränderungen und Co-Mutationsmuster über Lollipop- und Matrix-Plots zu visualisieren, signifikant veränderte Gene in selbstdefinierten Subkohorten zu analysieren sowie Transkriptom-Daten mit interaktiven UMAPs, Clustering, differentieller Expression und Pathway-Enrichment zu erkunden. Genomische und transkriptomische Merkmale lassen sich frei mit klinischen Outcomes korrelieren. In vier Anwendungsbeispielen demonstrieren die Autoren den Nutzen der Plattform: Die Plattform (ashop.hematology.org) soll Forschern helfen, die komplexen molekularen Treiber hämatologischer Erkrankungen besser zu verstehen und… 

Mitral-Edge-to-Edge-Repair behebt hämolytische Anämie nach operativer Mitralklappenrekonstruktion

Eine transkatheterale Mitralklappen-Edge-to-Edge-Repair (M-TEER) kann eine schwere hämolytische Anämie bei Patienten mit rezidivierender Mitralklappeninsuffizienz nach vorangegangener chirurgischer Rekonstruktion erfolgreich behandeln. Das zeigt ein Fallbericht aus Deutschland, der in JACC: Case Reports veröffentlicht wurde. Eine 78-jährige Patientin stellte sich mit zunehmender Atemnot und schwerer hämolytischer Anämie vor. Sie hatte zuvor eine operative Mitralklappenrekonstruktion mit Anuloplastie erhalten. Die Echokardiografie ergab eine schwere exzentrische valvuläre Mitralklappeninsuffizienz (MR) durch Prolaps des anterioren Segels. Der hochgeschwindige Regurgitationsjet traf direkt auf den Anuloplastie-Ring und verursachte durch Scherkräfte die mechanische Hämolyse. Aufgrund des hohen operativen Risikos entschieden sich die Ärzte für eine kathetergestützte Edge-to-Edge-Repair (MitraClip-Verfahren). Nach dem Eingriff reduzierte sich die Mitralklappeninsuffizienz auf ein mildes Ausmaß. Die hämolytische Anämie bildete sich vollständig zurück. Hämolytische Anämien nach chirurgischer Mitralklappenrekonstruktion sind selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Sie werden meist mit paravalvulären Lecks in Verbindung gebracht. Der vorliegende Fall zeigt jedoch,… 

Neues standardisiertes Ausbildungsprogramm für chirurgische Pharmazeuten in China

Ein interdisziplinäres Team hat ein standardisiertes Ausbildungssystem für chirurgische Pharmazeuten entwickelt, das auf enger Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern basiert. Das Modell soll die pharmazeutische Versorgung im Operationssaal und auf chirurgischen Stationen deutlich verbessern. Die Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of the Formosan Medical Association (2026) erschienen ist, beschreibt die Entwicklung und Implementierung eines strukturierten Trainingsprogramms für klinische Pharmazeuten in der Chirurgie. Ziel ist es, Apotheker besser auf die spezifischen Anforderungen in der perioperativen Medizin vorzubereiten – von der präoperativen Medikationsoptimierung über die intraoperative Unterstützung bis hin zur postoperativen Schmerz- und Infektionstherapie. Das Programm umfasst theoretische Module, praktische Schulungen im OP-Umfeld und regelmäßige interprofessionelle Fallbesprechungen mit Chirurgen, Anästhesisten und Pflegekräften. Besonderer Wert wird auf Kompetenzen in den Bereichen Antibiotika-Stewardship, Gerinnungsmanagement, Schmerztherapie und Umgang mit Hochrisiko-Medikamenten gelegt. Die Autoren betonen, dass eine enge Physician–Pharmacist Collaboration zu messbaren Verbesserungen in der… 

Neues Qualitätssicherungsprogramm verbessert Genomsequenzierung bei resistenten Gonokokken

Das US-amerikanische Antimicrobial Resistance Laboratory Network (AR Lab Network) hat ein externes Qualitätssicherungsprogramm (External Quality Assessment, EQA) für die Whole-Genome-Sequenzierung (WGS) von Neisseria gonorrhoeae etabliert. Das Programm soll die Zuverlässigkeit genomischer Überwachungsdaten bei multiresistenten Gonokokken deutlich verbessern. Die Studie, die in der Fachzeitschrift Microbiology Spectrum veröffentlicht wurde, beschreibt die Einführung des biannualen EQA-Programms ab Herbst 2020. Dabei erhalten vier regionale Labore des Netzwerks jeweils fünf verblindete Referenzisolate von Neisseria gonorrhoeae in dreifacher Ausführung. Die Labore führen sowohl eine Antibiotika-Resistenztestung als auch eine Whole-Genome-Sequenzierung durch. Die Daten werden anschließend an die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) übermittelt und dort auf Taxonomie, Sequenzqualität, phylogenetische Analyse und Übereinstimmung mit phänotypischen Daten geprüft. In den ersten Zyklen traten noch Qualitätsprobleme auf: Ein Labor erreichte in Zyklus 1 (2021) weniger als 80 Prozent der Punkte aufgrund unzureichender Sequenzabdeckung und schlechter Assemblierung. In einem… 

DNA-basierte Verifizierung von Urinproben soll Toxikologie-Tests zuverlässiger und patientenfreundlicher machen

Das US-Laborunternehmen Precision Diagnostics hat ein neues Whitepaper veröffentlicht, das den Einsatz von Short Tandem Repeats (STR) zur Identitätsprüfung von Urinproben in der Drogen- und Medikamententestung beschreibt. Das Verfahren soll die Genauigkeit der Tests deutlich steigern und gleichzeitig die Belastung für Patienten verringern. Das Whitepaper mit dem Titel „Use of Short Tandem Repeats (STR) for the Identification and Verification of Urine Specimens“ stellt eine forensisch etablierte DNA-Analysemethode vor, die nun erstmals systematisch in der klinischen Toxikologie eingesetzt wird. Die proprietäre Lösung des Unternehmens heißt VerifID. Bisherige Verfahren zur Prüfung der Probenvalidität beruhen oft auf Beobachtung oder indirekten Markern, die für viele Patienten unangenehm oder stigmatisierend sind. VerifID nutzt stattdessen eine molekulare Analyse spezifischer DNA-Marker (STR), um zweifelsfrei zu bestätigen, dass die abgegebene Urinprobe tatsächlich vom angegebenen Patienten stammt. „Jahrzehntelang mussten sich Ärzte und Patienten zwischen Testintegrität und Patientenwürde entscheiden“, sagte… 

Gesundheitsreform wird schärfer: Höhere Zuzahlungen und Kürzungen beim Krankengeld geplant

Die geplante Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht deutlich stärkere Einschnitte vor als bislang bekannt. Ein interner Referentenentwurf aus dem Ministerium sieht nach Angaben von Focus Online  unter anderem eine Absenkung des Krankengeldes, höhere und automatisch steigende Zuzahlungen für Medikamente sowie eine Einschränkung der Familienversicherung vor. Wie aus dem Entwurf hervorgeht, soll das Krankengeld von derzeit 70 Prozent auf 65 Prozent des Bruttogehalts abgesenkt und zusätzlich auf maximal 85 Prozent des Nettoeinkommens gedeckelt werden. Neu eingeführt werden soll zudem eine Teil-Krankschreibung: Beschäftigte sollen künftig auch während einer Erkrankung anteilig arbeiten können – etwa zu 25, 50 oder 75 Prozent – und für den Rest der Zeit ein entsprechendes Teilkrankengeld erhalten. Ziel sei es, Fehlzeiten zu reduzieren und die Restarbeitsfähigkeit zu nutzen. Die Zuzahlungen für Medikamente sollen auf mindestens 7,50 Euro und höchstens 15 Euro pro Packung festgeschrieben und künftig… 

FDA ebnet Weg für erweiterte Testosteron-Therapie bei Männern

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen ersten Schritt unternommen, um die Behandlungsmöglichkeiten mit Testosteron-Ersatztherapie (TRT) bei Männern zu erweitern. Sie fordert Hersteller zugelassener TRT-Produkte auf, Kontakt aufzunehmen, falls sie eine neue Indikation für niedrigen Libido bei idiopathischem Hypogonadismus anstreben. „Neue und aufkommende Daten deuten darauf hin, dass es eine Möglichkeit geben könnte, Männern zu helfen, die unter Symptomen leiden, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen“, sagte FDA-Kommissar Dr. Marty Makary. Die Behörde sei bereit, mit den Sponsoren zusammenzuarbeiten, um diese potenzielle neue Anwendung weiter zu prüfen, während sie hohe Standards für Sicherheit und Wirksamkeit einhalte. Bislang sind TRT-Produkte in den USA nur für Männer mit Hypogonadismus zugelassen, der auf bekannte strukturelle oder genetische Ursachen zurückgeht. Nach einer vorläufigen Auswertung neuer klinischer Studien und einer Expertenrunde im Dezember 2025 sieht die FDA Hinweise, dass Testosteron bei idiopathischem Hypogonadismus – also niedrigen Testosteronwerten ohne… 

Präzisere Diagnostik und Therapie für kritisch kranke Kinder

Ein neues Forschungsprojekt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) soll die Diagnostik seltener genetischer Erkrankungen bei Neugeborenen und Kindern auf Intensivstationen deutlich verbessern. Mit KI-gestützter Long-Read-Genomsequenzierung und integrierten OMICs-Daten wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schnellere und genauere Diagnosen ermöglichen und darauf aufbauend individualisierte Therapien einleiten. Das Projekt AI-LIGHTS („AI-assisted Long-read Genomics and Integrated OMICs for Healthcare Solutions“) startet am 1. Juni 2026 und läuft über vier Jahre. Es wird vom Land Niedersachsen und der VolkswagenStiftung mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert. In die Studie sollen 400 schwerkranke Kinder auf den Intensivstationen der MHH aufgenommen werden, bei denen der Verdacht auf eine seltene Erkrankung besteht. „Wir wollen die Diagnostik schneller und zuverlässiger machen, Krankheitsmechanismen besser verstehen und gezieltere therapeutische Entscheidungen ermöglichen“, sagte Dr. Bernd Auber vom Institut für Humangenetik der MHH, der das interdisziplinäre Team leitet. Beteiligt sind neben der MHH… 

KI und Roboter zum Anfassen: OTH Regensburg lädt zur Wissenschaftsnacht ein

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Medizin? Können Roboter besser hören als Menschen? Und kann eine Straße wirklich „leise“ sein? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) bei der Wissenschaftsnacht „NACHT.SCHAFFT.WISSEN.“ am Freitag, 24. April 2026. Von 17 bis 23 Uhr verwandelt sich der Campus der OTH Regensburg in eine interaktive Erlebniswelt. Mit mehr als 60 Einzelangeboten ist die Hochschule einer der vielfältigsten Veranstaltungsorte der von der Stadt Regensburg organisierten Wissenschaftsnacht. Besucherinnen und Besucher können Forschung nicht nur hören, sondern selbst erleben und ausprobieren. Das Programm reicht von bionisch inspirierten Leichtbaurobotern über den Einfluss elektrischer Ströme auf das Erdreich bis hin zu Fragen, ob der Alltag künftig ohne Bargeld auskommt oder ob Programmieren noch eine Zukunft hat. Besonders viele Mitmachangebote laden zum aktiven Entdecken ein: Bei „Biomechanik zum Mitmachen“, Löten für Kinder, einem… 

Vollautomatisiertes Labor: Roboter und KI übernehmen die Forschung an der TU Berlin

An der Technischen Universität Berlin arbeiten Roboter, Analysegeräte und Künstliche Intelligenz bereits wie ein eingespieltes Team – weitgehend ohne menschliche Hilfe. Im sogenannten KIWI Biolab plant, führt und bewertet ein vollautomatisiertes System Experimente mit Mikroorganismen selbstständig. Das Know-how soll künftig auch im neuen Forschungszentrum „Der Simulierte Mensch“ (Si-M) von TU Berlin und Charité zum Einsatz kommen. „Mich hat schon immer interessiert, wie man neue biologische Prozesse möglichst schnell vom Labor in die Praxis bringen kann“, sagte Prof. Dr. Peter Neubauer, Leiter des Fachgebiets Bioverfahrenstechnik an der TU Berlin und Mitbegründer des KIWI Biolabs. Der Mikrobiologe und sein Team entwickeln Verfahren, mit denen Bakterien, Hefen oder Pilze in Bioreaktoren nicht nur optimal wachsen, sondern auch wertvolle Substanzen wie Proteine für die Pharmaindustrie produzieren. Der Übergang vom kleinen Labormaßstab in den industriellen Maßstab sei jedoch schwierig, weil die Organismen sehr empfindlich auf…